Barnett, Karsten

Wer sich schon immer gefragt hat, was das für ein Typ ist, der in Nürnberg diesen schmucken, kleinen Plattenladen betreibt, findet hier einen kleinen HipHop-Steckbrief von Karsten Barnett. Enjoy… 🙂

„WTF? MC Hammer ist nicht mehr Platz 1 der Black Charts?!? Und wer zur Hölle soll dieser Dr. Dre überhaupt sein mit seiner Chronic?!?“ Damit war die Saat also gesäht, anno ’92, als ich als 10-jähriger Bub nicht wirklich verstand was diese Gutmenschen da singen – aber die Reaktionen meiner Mom gaben klar zu verstehn, dass genau das der zu pumpende Sound fürs fränkische Kinderzimmer war. Yeah.

Die musikalische Sozialisierung ging also via Snoop Dogg und dem Doggpound weiter, aber HipHop zu leben ist ja noch so viel mehr als das…

Jede Schulparty wurde mit HipHopFloor versehn, die Source wurde meine Bravo und mit den Jungs wurde ein Schulradio gegründet, das mit einer 100% Rap-Quote knapp am Publikumsgeschmack vorbei die Schülerschaft weiterbildete. Das entdecken bestimmter Entspannungspflanzen tat sein übriges, das individuelle Kulturverständnis ‚on a higher level‘ zu bringen und ließ uns künftig als ‚Chillsyde Posse‘ firmieren.

Mittlerweile den Abschluss in der Tasche und mit fleissig Zeit zum Cyphern und Bullshitten sollte nun also was gehn in der Stadt – Erfahrungen im Partybusiness lagen bisher nur im Goa (Space Garden Open Airs) und Reggae (Bounce FX @ZBau, Leavin Bavarylon @K4) Bereich vor, also höchste Zeit für tighte Bookings statt Hörsaal! Ob Afu-Ra, Pharcyde, die Stones Throw Labeltour, Too Stong, Planet Asia, Killah Priest oder RA the Rugged Man – mit allen konnte man sein sauer verdientes Taschengeld gut & sicher durchbringen. Sprich irgendwann dann genug gehabt vom geldverbrennenden Dauergehustle und ein paar Jahre nach Hamburg in die Business-Welt abgetaucht.

Das ging dann gut bis der 30ste anstand und damit die Frage was das hier eigentlich alles soll…

Sprich Job an den Nagel und Rückbesinnung auf die Werte, die einem das HipHop-Studium vermittelt hat. Music. Culture. Politics. ‚Nürnberg braucht nen Plattenladen und jede Menge kulturelle Impulse‘ war die Erkenntnis und damit der Plan gefasst daran was zu ändern.

Nach 3-jähriger Aufbauarbeit als Shop-in-Shop (ArtPhönix Urban) durfte ich im April 2015 feierlich die Pforten öffnen für den eigenen Schallplattenfachhandel, mit dem Quellkollektiv e.V. war auch die politische Heimat schnell gefunden.

Läuft also, auch wenn ich selbst gespannt bin wohin… Denn wo die Reise auf dieser Basis hinführt wird sich noch zeigen, aber die Ziele sind klar & das Motto bleibt : “Life is like a freestyle-rap: you gotta flow around the beat that’s bumpin!“…

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